Nun sind Avalon und ich erstmal ab Ende April (2018) einen Monat unterwegs in England. Auf diese Reise nehmen wir dich gerne mit. Schau einfach in diesen Tagen öfter mal hier vorbei.

 

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Es ist unser 5. Jahr, in dem wir zwei Wandervögel nach England fahren.

 

Es war garnicht so einfach das perfekte Ziel für uns zu finden.

 

Ich bin ein absoluter Irland- Fan. 2 Jahre lang war ich  1 bis 2 mal  im Jahr dort. 2004 kam die Schottland- Liebe meiner  Reisebegleitung- und treuen Freundin Doerte- hinzu. Fortan mußten wir oft unsere Urlaube, die wir zeitlich nicht einschränken wollten, dann aus Kostengründen von Jahr zu Jahr abwechseln oder zeitlich auf Irland und Schottland aufteilen.

 

Nach viel Recherche war klar, dass ich diese Traum- Ziele mit dem Ankommen meines kleinen Knopfs nun aufgeben mußte. Es ist für mich undenkbar Avalon einen Flug unter den gegebenen Umständen anzutun. Oder gar eine dieser ewig langen Fährreisen, bei denen er draußen in einer Box allein bleiben müßte. Und so fleißig wir auch Auto fahren, es wäre nicht o.k. ihm die Fahrt durch ganz England zuzumuten, nur um in Schottland wandern zu können.

 

Ich habe mich eine ganze Weile damit beschäftigt, das richtige für uns zu finden. Es gibt einige sehr hundefreundliche naturbelassene Länder. Dänemark war auch in der nähreren Auswahl. Die südlichen Länder habe ich recht schnell ausgesiebt, denn selbst im Frühling sagt mir das Klima wandertechnisch mit meinen kleinen winterliebenden Hund (weil Schnee und Regen für ihn DER Hit ist und Hitze total überflüssig) nicht unbedingt zu. Und Hunde müssen, laut Internetaussagen, ausnahmslos an der Leine geführt werden. Das ist ja so garnichts für uns!

 

Kriterien waren für uns: nicht zu warm, viiiiel ohne Leine laufen können, das Meer ganz nah, gerne mitten durch die Natur und nicht ständig auf Auto- oder Radwegen entlang, Wald, Wiesen und gerne immer wieder auch zwischendurch einige altertümliche Sehenswürdigkeiten (sprich: Schlösser, Herrenhäuser, historische Hinterlassenschaften, ab und zu mal ein Museum,…), gemäßigtes Klima, eine Sprache die ich verstehen und mit der ich mich mitteilen kann, viel Grün für die Augen … es mußte einfach ein klitzekleinwenig an Irland erinnern. Dies haben wir für uns im Süd- Westen Englands (Cornwall, Devon, Dorset und Somerset) gefunden.

 

Die Einreisebedingungen nach England mit Hund sind sehr human. Tollwutgeimpft sollte eh jeder Hund sein. Da wir an der niederländischen Grenze wohnen gehört seit Anfang an für uns ein Mikrochip und EU- Heimtierausweis zur Grundausstattung. Und die Bandwurmbehandlung 1 bis 5 Tage vor Einreise sind nun wirklich kein Hexenwerk.

 

Die letzten 4 Jahre sind wir mit der Fähre von Dunkerque nach Dover gefahren. Letztes Jahr fand ich dann heraus warum Avalon nach dieser Überfahrt immer dermaßen verhuscht und durch den Wind war. Ich dachte immer es liegt daran, dass er allein im Auto bleiben mußte. Der kleine Herr hängt ja nun mal seeehr an mir und es ist für ihn ganz schlimm, wenn er nicht bei mir sein kann. Hunde müssen im Auto bleiben und die Passagiere dürfen es aber nicht, sondern müssen „an Deck“. Aber dies war wohl nicht der einzige Grund für seinen schlimmen Gemütszustand immer. Letztes Jahr bin ich bis ganz zum Schluß bei ihm geblieben. In dieser Zeit sind bei mindestens 4 der um uns stehenden Autos die Alarmanlagen angegangen. HORROR!!! Es war wirklich schlimm! Durch die Hallenakkustik unter Deck waren die Sirenen dermaßen laut und durchdringend! Ich habe richtig Herzflattern bekommen. Na dann kein Wunder: Avalon hört es ja noch um einiges lauter und so ein greller Ton kann einen dann schon fix und fertig machen. Vor allem springen diese Alarmanlagen ja nicht nur einmalig an. Da sollten die Fähranbieter eigentlich unbedingt mal drauf drängen, dass Autofahrer ihre Alarmanlagen ausschalten müssen! Mir jedenfalls war es auch ein Warnhinweis. Es gibt nun einmal auch die Möglichkeit mit dem Euroshuttle zu fahren. Da darf ich mit Avalon im Auto bleiben und die Fahrt dauert nur eine gute halbe Stunde. Alles gut, nun beiß ich halt in den sauren Apfel und überwinde meine kleine klaustrophobischen Anwandlungen und fahre durch den Tunnel. Mal schauen wie es wird- ich werde berichte ;-)

 

Ich liebe B&Bs. Aber da wir zwei Wandervögel nun mal nicht so ganz fein sind und, wie schon erwähnt, gerne einfach kreuz und quer durch die Botanik wandern, egal bei welchem Wetter, wäre es mir zu unangenehm verhudelt und schmuddelig nach einem wundervollen Abenteuertag bei jemanden Daheim durchs Haus zu latschen. Darum haben wir für uns die Caravane und Ferienhäuser entdeckt. Davon gibt es unzählige in unzähligen Gegenden, Varianten und Wunschvorstellungen über die britischen Inseln verteilt. Wir brauchen uns dann an keine Frühstückszeiten zu halten, können uns auch zwischendurch mal etwas Feines brutscheln und müssen nicht ständig unterwegs essen gehen, ich brauche der Putzfrau gegenüber kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich unsere Klamotten mal rumliegen lasse und und und

 

Eine Freundin hat von ihrem Pilgerurlaub auf dem Jakobsweg erzählt. Genau so etwas wäre auch etwas für mich- stundenlang allein mit sich selbst (und meinem kleinen Knopf), ohne sich unetrhalten zu müssen. Aber da kam die Sache mit dem Klima wieder auf. Und wie ist es mit Hunden in den Herbergen? Ich hatte mich ja auch schon für England entschieden. Und siehe da: ich habe den South West Coast Path (SWCP) entdeckt! Das ist der Wahnsinn für Wanderfreunde! Und der führt auch noch stetig an der Küste entlang! Nur durch die kleinen Örtchen auf dem Weg muß man mal an Autostraßen entlang. Toll! Nun mein großes „aber“: ich bin dermaßen untrainiert und ohne Ausdauer. Ich weiß nicht, ob ich immer alle Orte zum Abend hin erreicht hätte. Ich müßte dann nicht nur meine Sachen mitschleppen, sondern ja auch Avalons. D.h. also nicht nur meine nötigsten Klamotten, Futter für Avalon für einige Tage, genügend Wasser für uns beide für den Tag, Notfalldinge, usw. Nein, das würde ich mit meiner eh schon schmerzenden Schulter und eben meiner fehlenden Kondition nicht schaffen. Außerdem wäre es sinnvoll mit Hund vorab Unterkünfte zu buchen. Es gibt zwar einige B&Bs auf dem Weg, die Hunde erlauben, aber weil es eben nicht alle sind, ist gute Planung nötig. Und es wäre bestimmt nicht spaßig spätnachmittags oder abends total k.o. von der Tour sich noch auf die Suche nach einer solchen machen zu müssen. Müßte ich aber vorab buchen, kann ich nicht spontan sagen: hier gefällts mir- hier möchte ich mal 1 bis 2 Tage bleiben. Das wäre mir zu gebunden. Außerdem ist es auch eine Kostenfrage. Ich möchte nicht den weiten Weg mit Auto und Fähre (oder Euroshuttle) machen und dann nur 10 Tage bleiben. Wenn dann sollen es schon mindestens 3 Wochen sein- wir sind schon bei 4 Wochen gelandet seit 2 Jahren *zwinker*  Das muß ja dann auch finanziert sein. Somit ist es aber dennoch ein weiterer Pluspunkt für den Süd- Westen Englands. Die Gegend ist ein Traum! Und von vielen Orten aus ist der SWCP flux zu erreichen. Ich persönlich suche unsere Unterkünfte immer in Wandernähe des Weges aus, weil es mir das glückliche Gefühl gibt das Meer dicht bei mir zu haben und wir sofort losmarschieren können ohne Rücksicht auf Autos etc.

 

Morgen beginnt die Packphase. Und Übermorgen geht es am späten Nachmittag los. Wir freuen uns beide schon sehr! Die schönste Zeit im Jahr!!! Auftanken für das kommende Jahr. Und einfach mal nur ich selbst sein- ohne Verpflichtungen. Und den Glückspegel mit den Schönheiten der Natur heben.

 

Wer uns in den kommenden vier Wochen begleiten möchte, ist herzlich eingeladen hier desöfteren mal vorbei zu schauen, auch wenn ich bestimmt nicht täglich schreibe, sondern nach Lust und Laune.

 

Wir zwei Wandervögel grüßen euch recht herzlich!