Exmoor

 

Wir sind soooooo happy hier! Ein Traum!

 

 

Wir freuen uns im Exmoor zu sein

 

 

Samstag, 05.05.:                    Jaaaaa, also geschlafen haben wir wenig- von 1 bis kurz nach 5 Uhr waren wir jedenfalls wach. Und da wir nur das Wichtigste mit aufs Zimmer genommen haben, habe ich mir dann im Endeffekt die Zeit mit Solitär spielen auf dem Handy vertrieben. Dann fingen die Vögel draußen an zu zwitschern und ich dachte mir, dass ich ja noch mal ein Weilchen schlafen könnt. Um halb 7 hat uns dann unser Zimmernachbar mit einem * rums *geweckt. Nu ja. Frühstück gibt es nur zwischen halb 7 und halb 9. Da können wir auch direkt aufstehen. Wegen eiskalten und dusterem Bädchen (denn es ist ca die Größe einer Abstellkammer) gibt es heute nur Katzenwäsche! Und dann mit dem kleinen Herrn eine kleine Pippirunde.

Ab geht`s zum Frühstück. Avalon fühlt sich sichtlich unwohl. Und weil er schon auf dem Weg runter in den Gang gespuckt hat, setz ich ihn kurzerhand eben raus in den Hof. Er läuft ja eh nicht weg. Und siehe da: er steht nach 10 Minuten noch haargenau so da wie ich ihn verlassen habe. Wir holen oben den gepackten Rucksack, zahlen und gehen ohne jeglichen Wunsch noch einmal wieder zu kommen unserem nächsten Ziel entgegen.

Die zweite Woche verbringen wir im Nationalpark „Exmoor“ (http://www.exmoor-nationalpark.gov.uk/) . Wir waren schon zweimal hier: einmal am östlichen Ende mit Marina, Etienne und Doerte und letztes Jahr mit Hilli und Brigita im westlichen Teil. Diesmal haben wir unsere Unterkunft nur wenige Fahrminuten von dem Ferienhäuschen vom letzten Jahr. Das war auch wunderschön dort (http://www.hollacombefarm.co.uk/) . Wir haben uns sooo wohl dort gefühlt! Aber das Häuschen ist für 4 bis 5 Personen- für Avalon und mich dann doch etwas zu groß. Drum hatte ich mich für dieses Jahr nach etwas Kleinerem umgeschaut (immer im Hinterkopf daß ich auf „The Red Linhay“ jederzeit zurückgreifen könnte- und würde!). Aber ich glaube ich habe wieder den ultimativen Glücksgriff gemacht mit unserer jetzigen Unterkunft „The Gardeners Cottage“ (https://exmoorhideaway.co.uk/) . Darauf komm ich aber gleich zu sprechen. Unsere erste Tagesetappe ist „Tarr Steps“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Tarr_Steps) – eine Clapper Bridge (= Steinplattenbrücke), die sehr idyllisch in einem waldigen Gebiet liegt und an derem Flußufer man wunderbar entlang spazieren kann. Komischerweise erinnerte mich so garnichts auf dem Weg dorthin an unseren vergangenen Besuch. Tjaaaaaa, das lag dann wohl daran, dass wir diesmal von der anderen/ falschen Seite kamen. Wir hätten uns jetzt Range-Rover-mäßig durch den flachen Fluß wagen können mit dem tollen Dacia Sandero Stepway. Ooooooder halt schauen müssen wo wir nun an dieser mal wieder superschmalen Straße halten können. Wir haben uns in eine der Ausweichbuchten gestellt :-D Ich weiß es wird überhaupt nicht gerne gesehen, aber wie soll ich dem Navi erklären, dass es doch von unserem Standpunkt einen anderen Weg zu dem Standpunkt 15 Meter vor uns finden soll. Im Nachhinein ist alles gut gewesen. Ich schnall mir also den Rucksack samt Picknickdecke und Ball auf den Rücken und schon starten wir- um 10:03 Uhr (so früh waren wir noch nie unterwegs die letzten Tage- und das obwohl wir ja auch schon 40 Minuten gefahren sind)- unseren Spaziergang am Wasser entlang.

Es ist so früh ein Glück noch nicht ganz so viel los. Heute soll es so schön sonnig bleiben und es gibt dann auch wirklich später einige Wochenendausflügler hier. Aber noch ist es ruhig. Ganz vereinzelt laufen mal Pärchen vor oder hinter uns. Wir genießen es sehr. Auch Avalon kommt voll auf seine Schnupperkosten. Wir fühlen uns frei und ich muß das eine und andere Mal über so viel Schönheit der Natur lächeln. Welch ein Glück wir haben, dass wir so einen lieben Schöpfer haben!

Leider ereignet sich auf fast der Hälfte des Rundgangs etwas nicht so schönes. Die kleine Fellnase kommt plötzlich ganz nah an mich, grad als ich ein Foto machen wollte, und stupst mich an. Ich schau ihn an und seh schon seine Panik im Blick. Und tatsächlich kann ich auch nur noch den Rucksack auf den Boden schmeißen, die Decke rausrupfen und Avalon auf die Decke zerren und schon fängt er an zu zittern und zu hecheln und zu krampfen. Jedesmal bekomme ich dann auch einen Schock und muß zwanghaft ruhig bleiben und beruhigend reden und ihn streicheln und ihn ganz festhalten, damit er nicht in seinem Anfall rumkräucht. Es ist innerhalb von 4- 5 Minuten vorbei. Und wir liegen noch 10 Minütchen einfach da und ich versuche ihn beruhigend zu streicheln und ihm Nähe zu geben.

 

Ein Glück kam grad in dieser viertel Stunde mal niemand an uns vorbei! Das war sooo gut. Er braucht dann immer besonders Ruhe und so wenig Geräusche oder Bewegungen drumrum wie nur möglich.

 

Mein kleiner Knopf bekommt diese epileptischen Anfälle nur ca. 2 bis 3 Mal im Jahr. Darum möchte ich ihn nicht eines experimentellen Ausprobierens von Medikamenten unterziehen. Und es scheint ihm nach der kurzen Ausruhphase dann auch jedesmal wieder gut zu gehen. Dennoch geht es mir danach immer eine ganze Weile nicht so gut und der Adrenalinstoß kommt dann so richtig zutage, wenn die kleine Nase schon wieder fit und fidel rumspringt. Dann fängt bei mir das große Zittern an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(das war als es ihm schon wieder gut ging)

 

Ich mit wackeligen Beinen also und Schlumpi voller neuer Energie schlendern nun auch den Weg am anderen Flußufer zurück. Aber die Natur und das fröhliche Gerenne von Avalon lenken mich schnell ab und so genießen wir die Flora am Fluß. Langsam wird es etwas voller und man trifft des öfteren auf Wanderer mit Hunden oder Kindern. Ein guter Zeitpunkt ein Sonnenplätzchen am Wasser zu finden und einfach mal nichts zu tun. Fabelhaft!

Nach 20 Minuten sind wir beide in Stimmung das restliche Stückchen zu begehen. Man kommt dann auf einer großen Wiese aus. Dahinter sind die Parplätze und links davon ein kleines Cafe. Auf der Wiese tummeln sich schon allerlei Leute: Familien, Pärchen, Gruppen, Hunde, usw. Kurz setzen wir uns auch noch mal. Aber für Schlumpi ist es Stress pur, weil er ja uuuunbedingt meine Decke und seinen Ball beschützen muss. Er kommt aus dem Knurren und Aufspringen garnicht mehr raus. Dummer kleiner Kerl. Und weil wir eh nichts groß geplant haben und uns danach ist, laufen wir nicht einfach über die Steinbrücke zum Auto, sondern gehen den ganzen Rundweg wieder zurück. Diesmal wesentlich zügiger, weil ich ja schon gefühlte 100 Bilder gemacht habe und mich zwinge den Fotoapparat und das Handy im Rucksack zu lassen. Trotzdem sehr genießig der Weg. Und wenn man aus der anderen Richtung kommt, sieht man manches auch erst, was man vorher nicht bemerkt hatte.

 

Wir stellen unser Navi auf unser neues Heim ein und düsen gen Nordwesten. Kurz nach der Abfahrt fällt mir alle paar Kilometer ein Schildchen am Straßenrand auf, das auf ein Cafe hinweist. Na das ist doch was für uns. Und als wir dann von der Hauptstraße abweichen müßten, machen wir das auch einfach :-P Am Ende der- mal wieder schmalsten aller schmalen Straße- fahr ich fast gradeaus in den Schotter und kann grad noch gut abbremsen und die Kurve nehmen. Sodele, der Puls funktioniert. Und schon befinden wir uns auf einem Feldweg. In dem Moment wo ich zweifle dass wir richtig sind, lugt ein Haus hinter der Hecke hervor. Und * schnupdiwups * sind wir am Tea Room (http://hinamfarmexmoor.co.uk/) Ein Glücksgriff, ihr Lieben! Ich kann es sowas von empfehlen. Sehr schnuckelig im Vorgarten mitten in den Pampas. Und innen so typisch gemütlich englisch eingerichtet. Wir entscheiden uns natürlich bei dem Wetter draußen zu bleiben. Die „Bedienung“ ist wirklich sehr nett ( Mutter mit zwei jugendlichen Töchtern). Und das Essen ist ein Gedicht. Ich hatte gemischten Salat mit Schweinebratenscheibchen bestellt. Und ich kann nur sagen: der Braten war selbstgeschmorrt und sowas von saftig. Und dann war mir noch nach einem Dessert. Ich bekam den Hinweis das Eis zu nehmen, weil es selbstgemacht ist. Naja gut, dachte ich, dann mach ich das mal. Und ich kann euch sagen: vergeßt jegliches Eis, das ihr jeeeeemals gegessen habt! Wirklich! Noch nie habe ich solch ein leckeres Eis gegessen! Ich hatte gesalzenes Karamel mit Schokosplittern und eine Kugel Rum Rosinen. Der Wahnsinn!!! Würde man nicht eine ¾ Stunde fahren, würde ich nochmal dorthin. Mal schauen- vielleicht auf dem Rückweg, obwohl es schon ein Umweg wäre ;-)

 

Diesermaßen gestärkt wollten wir nun doch endlich schauen, wo wir unsere kommenden Tage verbringen dürfen.

Es ging zu den „Martinhoe Cleave Cottages“. Und obwohl es nur 30 km sind, brauchten wir über eine Stunde, weil wir quer durch Exmoor gefahren sind und es ausschließlich schmale, sehr kurvenreiche Straßen sind. Außerdem bewegen sich dort Schafe, Ziegen und auch die Wildpferde frei. Eine Vegetation, die recht interessant ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gut dass unsere Vermieter eine gute Wegbeschreibung der letzten Kilometer gesendet hatten, sonst hätten wir dieses wunderschöne Fleckchen erstmal nicht gefunden.

 

Wir werden sehr freundlich begrüßt und auf viele Unternehmungsmöglichkeiten hingewiesen. Schlumpi macht wieder mal einen guten Eindruck und wird direkt ins Herz geschlossen. Ab nun beginnt also unser zweiter Urlaubsteil. Wir nisten uns gemütlich und in aller Ruuhe ein, kochen was Feines für den Abend und den nächsten Tag und genießen jeder sein Mahl für sich auf unserer Terrasse in der Abendsonne. Als es dann frisch wird, schlüpf ich in meinen Pyjama und schau noch einen Film auf DVD. Und schon ist der Tag vorbei.

 

Gut`s Nächtle von uns.

 

 

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Sonntag, 06.05.:                     Ist es nicht wundervoll, wenn man von allein am Morgen erwacht und sich fit und froh fühlt?!

 

Gut ausgeruht starten wir in den Tag- mit Sonnenschein und blauen Himmel. Gefühlt könnten wir sofort los zöckeln. Aber als erstes frühstücken wir draußen, mit Blick auf den Nebel, der durch die Schlucht unter uns zieht. Und mit Katzenwäsche sind wir gestern schon ungescholten davongekommen, aber heute ist es wohl nicht akzeptabel.

Da wir in einem so schönen Terrain wohnen, müssen wir einfach heute hier herum wandern. Es geht runter zur Schlucht „Heddon Valley“  (https://www.nationaltrust.org.uk/heddon-valley) denn wir möchten an der Mündung gerne einen Strandtag verbringen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Okay, wir haben den Nebel von oben gesehen, aber wir hoffen sehr, dass er sich durch die Sonne bald verzieht. Man kann verschiedene Wege nehmen und wir gehen spontan unten herum. Je weiter wir laufen umso mehr zingelt uns der Nebel ein. Nicht dass man nichts mehr sieht, aber es ist schon sehr eingeschränkt. Ich wunder mich noch warum niemand den gleichen Weg nimmt, aber scheinbar kennen sich die anderen wettertechnisch besser aus und wissen, dass man bei diesem Dunst nicht an den Strand kann. Und obwohl wir extra unsere Picknickdecke, genug Proviant für den Tag, Buch und Ball mitschleppen, lassen wir uns nicht die Laune nehmen.

Stattdessen laufen wir bis zur Hälfte zurück und nehmen die Abzweigung den Berg hinauf. Langsam kommen wir an der Obergrenze des Nebels an und noch höher. Ein echtes Erlebnis und ein erhabenes Gefühl. Und wir sollen mit einem Wahnsinnsblick auf die nebelverhangene Küste und das nicht zu erblickende Meer belohnt werden. Schon beim Aufstieg hören wir vom Meer jede Minute ein Nebelhorn von einem Schiff. Und es muß auch sehr nötig dort unten sein. Von oben fühlen wir uns wie in einem Flugzeug, das über ein riesiges Wolkenfeld fliegt.

Nun wollen wir aber nicht alles Gepäck umsonst mitgenommen haben und machen eine kleine Pause dort oben zwischen den Felsen. Wir genießen diesen wunderschönen Ausblick zu beiden Seiten!

Dann ist uns irgendwie danach einfach nur im Garten in der Sonne zu liegen und mal nicht unterwegs zu sein. Wir erklettern das letzte Stück Bergwipfel und schlendern dann gemütlich den angelegten schlängelnden Weg wieder hinab. Ein Stückchen die Hauptstraße entlang und dann abbiegen in unsere Zufahrtstraße.

Daheim schmeißen wir alles nur aufs Sofa und nisten uns mit Decke, Getränken, Nüssen, Ball und Buch auf der Wiese ein.

Urlaub ist doch etwas Großartiges!

Wir verbummeln den Rest unseres späten Nachmittags und Abends. Auch das muss mal sein.

 

Mal schauen was uns morgen erwartet ;-)

 

 

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Montag, 07.05.:                       Vom Handybimmeln geweckt. Und direkt nochmal hingelegt und ausgeschlafen. Dann haben wir ganz genüßlich und ausgiebig in der Morgensonne gefrühstückt und uns ebenso in aller Ruhe fertig gemacht. Ich hatte etwas hin und her überlegt, was wir nettes heute unternehmen. Heute ist ja Feiertag und so schönes Wetter und wir mögen ja nicht unbedingt unter der Menge daherschlendern. Also haben wir uns entschieden doch mal den South West Coast Path direkt bei uns entlang zu wandern. Eine perfekte Entscheidung, stellte sich heraus. In unserer Schlucht kroch und wabberte wieder der Nebel dahin. Es ist wirklich sehr spooky und faszinierend. Leider kann man auf Fotos ja immer nur einen kleinen Bruchteil von Stimmungen einfangen.

Am Ende der Schlucht sind wir nach rechts in östliche Richtung abgebogen. Es gibt dort einen Weg, der auf ¾ Höhe der Klippen liegt und einen oben herum. Den Hinweg bis „Woody Bay“ haben wir unten herum genommen. Und damit begann der Zauber des Tages. Es ist einfach nur im wahrsten Sinne des Wortes paradiesisch! Ich war so oft so ergriffen. Es ist wie auf Postkarten und noch viel schöner! Hinter jeder Kurve ändert sich das Bild. Mal kahle Klippen, dann läuft man durch eine Baumallee, danach an Ginsterbüschen vorbei usw. Schlumpi mußte mal für 10 Minütchen an die Leine, da ich dann doch auch mal etwas Angst hatte, er könne in seiner Wunderfitzigkeit den Hang ins Meer runterfallen. Es war nur eine 15 bis 20 cm breite Grasnarbe zwischen dem 30 cm breiten Trampelpfad und dem steilen Abhang.

Die Woody Bay ist selbst bei Sonnenschein ein wenig wie eine Schmuggelbucht aus einem Roman. Der Pier liegt unter Wasser. Es gibt bestimmt unzählige Geschichten zu erzählen, was sich im Laufe der Jahrhunderte dort so zugetragen hat ;-)

 

Wir verweilen nicht so lange, wie ich erst plante. Nachdem Avalon eine kleine Abkühlung mit einem West Highland Terrier genommen hat, meinte er wohl dass der Aufenthalt nun lang genug andauerte und ob wir denn dann wieder loszöckeln könnten. Kleiner Gauner. Und da er oft genug hinter meinen Einfällen herdackeln muß, kann ich auch mal seinen Wünschen nachkommen.

 

Ihr glaubt nicht, was das für ein Aufstieg anschließend war * japs * Wir wollten ja den oberen Weg zurück nehmen. Das hieß also den steilen Serpentinenweg von 0 auf 230 Meter Höhe erklimmen. Ich als sowas von unsportlich habe zugegebenermaßen ziemlich gejapst, während die kleinen Dackelbeinchen unermüdlich schienen. Aber dann oben angekommen durften wir ja wieder diese traumhaften Natureindrücke genießen. Es hat mich dann auch zwischendurch überkommen. Bei so viel Schönheit den ganzen Tag war ich einfach mal überwältigt. Aber mit Tränen (auch wenn sie aus Glück geweint werden) sieht man alles nur eingeschränkt und verschwommen- das ist nichts.

 

Wir kommen nach fünf Stunden total ausgelaugt und so was von happy daheim an. Wie gut, dass ich noch von vorgestern den letzten Rest Gemüsepfanne im Kühlschrank hatte. Dies noch schnell in die Mikrowelle und in gemütliche Klamotten geschlüpft, dem kleinen, unermüdlichen Knopf sein Abendessen gerichtet und dann ab auf die Bank in die Sonne. Unser Abend kann beginnen… laßt es euch auch gut gehen, ihr Lieben!

 

 

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Dienstag, 08.5.:                       Also nun werden die Vorräte doch recht knapp. Für mein Frühstück brauche ich die Reste auf und Avalon würde sich bestimmt freuen, wenn ich rechtzeitig für seinen Frischkäse und etwas Obst für sein Abendessen sorge, wenn es schon nur Trockenfutter hier im Urlaub gibt. So machen wir es dann auch. Heute geht es nach Barnstaple zum Einkaufen bei Lidl- soll ja auch erschwinglich sein, und wir brauchen ganz dringend Wasser. Lidl ist schnell gefunden- man fährt wohl fast eine ¾ Stunde, weil ja die Straßen hier eher für einen Reiter, als ein Auto angelegt sind :-D

Und kaum sind wir im Städtchen fällt mir wieder ein, dass wir letztes Jahr auch schon hier durch die City geschlendert sind. Allerdings durfte das Fellnäschen da nicht mal in die Hälfte der Geschäfte mit rein. Blöd- dann verwerfen wir mal flux den Plan vielleicht anschließend zu bummeln. Es scheint uns in England irgendwie nie vergönnt zu sein. Nicht dass ich da sehr erpicht drauf bin, aber ab und zu ist es ja auch mal schön durch Geschäfte zu streifen.

 

Also erstmal Großeinkauf bei Lidl. Dann erlöse ich mein Fellnäschen aus dem Auto und wir schauen mal ob wir etwas nettes bei „Pet at home“ finden: nöö, nichts :-D

 

Hmmmm, wieder im Auto angekommen wird es mal garnicht so einfach einen Einfall zu haben, was wir unternehmen könnten. Es regnet. Stadtbummel fällt aus. Ins Shopping Centre? Bei uns dürfen Hunde nicht rein. Ich geh mal davon aus, dass es hier auch der Fall ist, wenn eh schon viele Geschäfte Hunde verbieten. Also wohin? Laut Radar auf wetter.com sollen sich die Regenwolken innerhalb der nächsten Stunde verfliegen. Es wär ja wirklich schade dann Daheim zu hocken. Ich glaube Saunton Beach (oder auch Saunton Sand genannt) ist bestimmt perfekt für uns. Gesagt, getan.

 

Auf dem Weg dorthin schlendern wir auch noch ein wenig durch Braunton, weil ich nun eeeendlich mal den Brief an Omi abgeben muß. Bei der Gelegenheit lasse ich mir direkt zwei weitere passende Briefmarken geben, damit die nächsten Briefe nicht so lange zum Abschicken warten müssen. Nun ist es auch wieder trocken von oben und die Sonne schickt ihre Strahlen aus.

Saunton Beach ist herrlich! Ein weiter Strand. Nicht viele Menschen sind da- wahrscheinlich Wetter bedingt und weil es ja auch schon Spätnachmittag ist. Uns hindert es nicht im mindesten unsere Picknickdecke auszubreiten und uns heimelig nieder zu lassen. Schlumpi kann wie immer nicht genug vom Ballspielen bekommen. Nach zwei sehr erholsamen Stündchen packen wir zusammen und flanieren noch ein wenig am Strand entlang.

Ich bin mir nicht sicher, ob das Tor am Parkplatz zu einer bestimmten Zeit schließt und der Strand wird immer leerer. Drum machen wir uns lieber auf den Weg zum Auto. Wir werden auf jeden Fall wieder kommen. Es war wundervoll!

 

Nun lassen wir den Abend auf der Terrasse ausklingen. Es geht uns sooooo gut! :-)

 

 

 

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Mittwoch, 09.05.:                     Avalon ist heute früh wach und kann sich nicht entscheiden, ob er im Körbchen bleiben will, lieber Ball spielen, ins Bett kommen möchte oder doch lieber raus. Halb schlafend mach ich ihm die Haustür einen Spalt auf, torkel ins Bad und plumpse wieder ins Bett. Und eh ich mich versehe bin ich wieder eingeschlafen. Unbewußt bekomme ich mit, wie der kleine Herr hier herumtigert und dann irgendwann doch wieder in seinem Körbchen landet. Und als dann auch ich endlich ausgeschlafen habe, gibt es für uns zwei ein feines Frühstück mit Speck und Rührei und körnigen Frischkäse- ja, auch für den Schlumpi ;-)

 

Wir haben es nicht eilig heute. Es ist ab 11 Uhr Dauerregen für heute gemeldet. Und so genießen wir einfach mal noch die Trockenheit und das Vogelgezwitscher auf der Terrasse. Danach können wir uns immer noch in Ruhe fertig machen und schauen, was heute so anliegt.

Tatsächlich fahren wir erst nach Mittag los.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da James und Alan uns „Watersmeet“ bei Lynton und Lymouth (https://www.nationaltrust.org.uk/watersmeet) ans Herz gelegt hatten, wollen wir doch mal schauen, ob es tatsächlich so sehenswert ist. Vorab hatte ich mir einen passenden Parkplatz herausgesucht. Trotz vorhergesagten Regens bleibt er bis zum frühen Abend tatsächlich aus, und so hatten wir wirklich viel Wanderfreude. Man sollte ja meinen, dass wir mal genug haben sollten ständig an Flußufern entlang zu flanieren. Aber das ist nicht der Fall! Ich liiiiebe es. Es ist fast so schön wie am Meer oder oben auf den Klippen einen Wiesenweg entlang zu laufen. Es gibt einige Brücken auf dem Weg und Avalon hat Späßchen immer wieder seine Nase durch das Geländer zu stecken und wunderfitzig durch zu schauen. Es gefällt mir sehr, dass auch hier alle wie in den letzten Tagen freundlich grüßen.

Es ist wirklich ein toller Anblick wo die Wasser sich treffen (daher auch der Name). Und kleine Wasserfälle gibt es. Uns gefällt`s sehr. Und dann machen wir ein kleines Päuschen bei den Teehaus und gönnen uns einen warmen Tee mit unseren mitgebrachten Schnuckereien.

Schade dass der kleine Herr offensichtlich noch ganz schön viel Energie hat, denn er drängt zum weiter wandern. Das machen wir. Wir nehmen den gleichen Weg zurück, weil der Himmel nun doch um einiges dunkler wird als eh schon. Ich mag nicht grad durch Regen und Matsch stapfen müssen. Aber auch als wir am Auto ankommen kann man die Regentröpfchen, die unsere Köpfe bedröppeln, so wenig, dass man es nicht als Regen bezeichnen kann.

Kurzentschlossen wollen wir nun doch auch mal durch Lynmouth schlendern.

 

Welch putziges kleines Hafenstädtchen. Ich hatte es mir etwas „kühler“ vorgestellt, aber es hat wirklich eine nette Atmosphäre- auch wenn es wirklich ein kleines Örtchen ohne viele Angebote ist. Die Klippenbahn verbindet Lynmouth und Lynton auf dem kürzesten Weg (sie werden auch die "englische Schweiz" genannt). Sieht klasse aus. Und ich habe absolut keine Höhenanst, aber es ist wie mit Kirmesangeboten: wer weiß ob da alle Schrauben fest sind. Nein nein, ich hätte es gerne mal gemacht, aber ich weiß, dass ich ständig Angst gehabt hätte, dass ein Zahnrad nicht greift oder das Seil reißt oder sonst was ;-) Die Häuser schmiegen sich so gemütlich in den Hang und die englischen Häfchen haben eh ihren eigenen Flair.

Die Zeit huscht unauffällig dahin. Langsam machen wir uns auf den Heimweg. Essen, duschen, bißl schreiben, bißl lesen und ein bißl kuscheln- wir machen`s uns gemütlich und draußen rauscht nun endlich der angekündigte Regen.

 

Heute machen wir uns mal die Kerze an und schlürfen Tee und schauen noch einen Film per DVD.

 

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Donnerstag, 10.05.:                  Ja guten Morgen Sonnenschein. Um kurz vor 5 werde ich wach. War klar, dass ich erst einmal nicht mehr einschlafe * grummel * Dann machen wir halt das Fenster schön auf und lauschen dem Vogelgezwitscher- wundervoll. Ein wenig lesen und dann kuscheln wir zwei uns in meinem Bett noch einmal ein und schlafen aus. Ein leichtes Frühstück und ein kurzes Ballspielchen draußen. Dann kommen James und Alan vorbei und ich stell mich zu ihnen und Douglas und Anne (das ältere Ehepaar nebenan) und wir plaudern ein ganzes Weilchen. Nun ist dann mein Lachs im Ofen fertig, den ich fürs Mittagessen zum mitnehmen gemacht habe. Also dann mache ich mich auch endlich fertig und um 12 Uhr geht es Richtung Westen, nochmal zu Saunton Beach. Es hatte uns so gut gefallen, dass wir das schöne Wetter gerne dort ausnutzen möchten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Tag am Strand kann einfach nur perfekt sein. Und auch wenn es wieder sehr windig ist und dadurch die Luft frisch, ist es für uns fantastisch. Wir schlendern- unermüdlich den Ball werfend für das Fellnäschen- über eine Stunde den Strand entlang. Auch heute sind kaum Leute da obwohl es wirklich herrlich ist. Dann setzen wir uns in die Dünen, packen unser Mittagessen aus und machen es uns gemütlich.

Ich schlafe dann auch tatsächlich irgendwann für ein Weilchen ein. Es ist etwas windgeschützt und einfach nur schön. Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Weg zurück. Die Sonne glitzert auf dem seichten Wasser und hinten dran rauschen und schäumen die Wellen, kleine Strandläufer flitzen über den Sand nahe dem Wasser. Das ferne Land zu beiden Seiten liegt ein wenig im Dunst, weil das aufspritzende Wasser vom Wind dahingetragen wird. Diese Stimmung könnte man Stunden aufsaugen und hätte immer noch nicht genug davon.

Schlumpi scheint ausgelaugt zu sein, denn er mag nicht mehr hinter seinem Ball herflitzen und dackelt neben mir her. Sollte ich ihn wirklich endlich einmal geschafft haben? :-D Prima!

Ich gönne mir oben am Strandcafe noch einen Tee, weil ich mich einfach sehr schlecht trennen kann. Aber dann wird es doch langsam Zeit. Wir haben ja noch eine ¾ Stunde Fahrt vor uns.

 

Daheim gibt es für meinen Schatz noch das restliche Rndfleisch mit Ei, Apfel und frischen Kräutern. Wer so ausgepowert ist, muß auch gut essen. Und für mich gbt es Blumenkohl, Brokkoli und zwei gekochte Eier * yummie *

 

Ein wenig chatten per whatsapp und der Sonne zuschauen,wie sie hinter dem Berg versinkt. Der kleine Flitzer liegt drinne auf der Decke und ich geselle mich mit Buch zu ihm.

 

Glücklich, zufrieden und dankbar mummel ich mich heute unter meine Decke.

 

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Freitag, 11.05.:                                 unser letzter ganze Tag hier im Exmoor. Morgen geht es zu unserem letzten Etappenziel an die Südküste Devons- ich freu mich soooo, denn es ist die Gegend, die mich am meisten an Irland erinnert und die ich deswegen direkt beim ersten Besuch vor 5 Jahren ins Herz geschlossen habe.

Wie wollen wir nun also den Tag heute verbringen?

Als erstes mal frühstücken und mich mit Dani- meiner Schwägerin- auf die kommende Woche freuen, weil sie nämlich am Sonntag kommt und wir uns eine schöne gemeinsame Zeit machen.

Und so nun gestärkt, geht es mal an die Hausarbeit. Einen Teil der Wäsche durchwaschen, saugen und schon mal Unwichtiges einpacken- dann brauchen wir das nicht heutabend oder gar morgenfrüh machen.

Auf ins Gefecht :-)

Am späten Mittag möchten wir trotz verhangenem Himmel aber dann doch mal raus. In Lynton waren wir noch nicht. Das holen wir nun mal nach. Es ist genauso beschaulich wie der Schwesternort Lynmouth unten. Und nach einem kleinen Bummel gönn ich mir die Suppe des Tages (ein leckerer Gemüseeintopf) in einem schnuckeligen Cafe. Der selbstgemachte Kuchen lächelt mich so verführerisch an und es regnet eh grad draußen. Also auch noch Kuchen und Tee. Und ein Orangenkuchen zum mitnehmen als Nachtisch Heutabend.

 

Von dort aus Holen wir das Auto und fahren das kleine Stück weiter bis zum „Valley of Rocks“ (http://www.lyntonandlynmouth.org.uk/attractions/item/53-blank-valley-of-rocks-1) Toll ist`s dort. Ich war mit Doerte schon einmal dort- während Marina und Etienne lieber dort rumgekrakselt sind. Diesmal schnall ich Avalon sein Geschirr um und nehme ihn an die Leine. Mir sind immer noch die Worte von dem netten Herrn am 2. Urlaubstag beim Fort bei Brean Down im Sinn, dass dort 7 Hunde letztes Jahr die Klippen runtergestürzt sind. Der Weg außen an den klippen entlang ist gut angelegt, aber dennoch schmal. Die Aussicht ist ein Phänomen. Wirklich beeindruckend. Und so stimmungsvoll, weil sich ständig das Licht ändert.

 

Den Rückweg mit dem Auto fahren diesmal endlich ganz an der Küste entlang- also auch bei Lee Bay und Woody Bay vorbei. Schmaler kann der Weg nicht sein! Und zum Teil streifen ganz leicht die Gräser ans Auto. Himmlisch! Noch himmlischer, weil uns kein Auto entgegen kommt und wir nicht panisch überlegen müßten wer wie wo an dem anderen vorbei kommt ;-)

 

Daheim erwartet uns unsere frisch getrocknete Wäsche- direkt mal noch eine Maschine ansetzen. Wir setzen uns noch ein Stündchen in die Sonne bevor der Regen nun ganz über uns hereinbricht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch ein wenig saugen- der Henry und ich sind ganz dicke miteinander-...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

... und aufräumen und schon kann der gemütliche Teil des abends beginnen.

 

Das Auto wird dann halt morgen in Ruhe bepackt.

 

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Samstag, 12.05.:                     Heute fährt meine Schwiegermutter für eine Woche nach Juist. Ich hoffe mit dem Zug etc klappt alles gut- aber ich geh fest davon aus.

 

Und wir? Wir fahren heute an die Südküste Devons: nach Beer! * juhuuuuuu, endlich *

 

Versteht es bitte nicht falsch. Ich habe Exmoor wirklich richtig lieben gelernt. Ganz wundervoll hier. Und ich komm bestimmt wieder. Aber Beer und Umgebung ist mir richtig ans Herz gewachsen.

 

Nun denn. Was könnten wir Schönes auf dem Weg besichtigen?